Employer Branding

Die Arbeitgebermarke als Hilfsmittel bei der Nachwuchsgewinnung

Die Gewinnung von Nachwuchskräften stellt für die Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft zunehmend eine Herausforderung dar: Der demografische Wandel und die starke Konkurrenz aus der Elektronik- und Automobilindustrie sorgen dafür, dass immer mehr Branchenakteure erhebliche Schwierigkeiten bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze haben. Die Rekrutierung von motivierten und qualifizierten Nachwuchskräften entwickelt sich damit zur wichtigsten Aufgabe der Personalabteilungen. Eine Antwort auf diese Herausforderung ist das sogenannte Employer Branding, also der Aufbau einer charakteristischen Arbeitgebermarke, die gleichzeitig die Attraktivität des Unternehmens bei der Personalrekrutierung steigern und die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden soll.

Seit der Liberalisierung der Energie- und Wasserwirtschaft sehen sich die Versorgungsunternehmen in Deutschland einer schwierigen Aufgabe gegenübergestellt: Um sich auf dem Markt zu behaupten, müssen sie dauerhaft in der Lage sein, neue und moderne Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und zu vertreiben. Der demografische Wandel und seine Folgeerscheinungen sorgen gleichsam dafür, dass die dafür notwendigen, qualifizierten Nachwuchskräfte immer schwieriger zu gewinnen sind. Die hier skizzierte Entwicklung mündet bereits heute in einem „War of Talents“, bei dem die verschiedenen Branchenakteure um eine immer kleiner werdende Zahl an geeigneten Bewerbern konkurrieren.

Vorteile gezielten Employer Brandings

Um bei diesem Konkurrenzkampf nicht auf der Strecke zu bleiben, setzen immer mehr Unternehmen auf das sogenannte Employer Branding. Ziel des Ende der 1990er-Jahre entwickelten Konzeptes ist es, durch die gezielte Schaffung und Gestaltung einer Arbeitgebermarke einerseits bei der Personalrekrutierung mehr und bessere Bewerber zu gewinnen und andererseits die Belegschaft durch Identifikation mit dem Unternehmen langfristig an dieses zu binden. Konkret bedeutet dies, dass nicht nur für die Produkte, sondern auch für das Unternehmen selbst eine Marketingstrategie erarbeitet und realisiert wird: Über verschiedene Medienkanäle (z. B. Print- und Außenwerbung, aber auch Social Media) werden dabei z. B. Identität und Werte des Unternehmens in der Öffentlichkeit lanciert, um es als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Gerne genutzte Elemente sind dabei die Unternehmenskultur, die Stärken des Unternehmens als Arbeitgeber (z. B. Gehalt, Karrieremöglichkeiten) und die Bedeutung des Produktes.

Mit dem Employer Branding eröffnet sich für Unternehmen die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit als modernen Arbeitgeber darzustellen. Gerade für die Betriebe der Energie- und Wasserwirtschaft bietet der zielgerichtete Aufbau einer Arbeitgebermarke zahlreiche Vorteile: Im Wettbewerb um potenzielle Nachwuchskräfte kann Employer Branding beispielsweise dazu beitragen, das eigene Unternehmen als attraktiven Ausbildungsbetrieb zu präsentieren und damit sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Bewerber wesentlich zu erhöhen. Gleichzeitig wird durch die Identifikation mit dem Unternehmen langfristig eine (emotionale) Bindung der Mitarbeiter an den Arbeitgeber erreicht. Employer Branding ist damit ein geeignetes Mittel, um motivierte und qualifizierte Arbeitskräfte zu rekrutieren und in der Folge langfristig im Unternehmen zu halten – und damit auch eine Lösung zur Bewältigung des Nachwuchs- und Fachkräftemangels.

Weitere Informationen finden Sie im Beitrag Employer Branding – die Arbeitgebermarke als Rekrutierungsvorteil (Quelle: DVGW energie | wasser-praxis 11/2015).