Initiativen für die Integration von Flüchtlingen in Unternehmen

Integrationsmaßnahme der Stadtwerke München: Vorbereitungsjahr für junge Flüchtlinge

Projektleiter und Partner der Initiative des Stadtwerkeprojektes (Foto: Stadtwerke München)

Die Stadtwerke München (SWM) haben gemeinsam mit dem Verein Spectrum – Arbeit Beruf Soziales e. V. eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme für Flüchtlinge ins Leben gerufen, die eine Ausbildung absolvieren wollen. Diese Maßnahme wird aus gleichen Teilen von der Bundesagentur für Arbeit und den SWM finanziert.

13 junge Erwachsene aus sechs Ländern werden seit September 2016 mit einem Vorbereitungsjahr in drei unterschiedlichen Betrieben zur Ausbildungsreife gebracht. Einige von ihnen leben in der Wohngruppe des Spectrum e. V., andere leben in Flüchtlingsunterkünften in der Umgebung.

Im Gegensatz zu anderen Initiativen, die teilweise nur kurze Praktika anbieten, ist die Berufsqualifizierung der SWM auf den Übergang in die Berufsausbildung ausgelegt und eröffnet den Flüchtlingen somit berufliche Perspektiven und erste Schritte in die gesellschaftliche Integration.

Foto: Stadtwerke München

Für eine erfolgreiche Berufsqualifizierung ist der Deutschunterricht unabdingbar, da die Ausbildung in Theorie und Praxis nur erfolgreich absolviert werden kann, wenn die Auszubildenden über Deutschkenntnisse auf Mittelschulniveau verfügen. Daher steht während der beruflichen Qualifizierung neben dem Erwerb von Schlüsselkompetenzen für die Ausbildung die Förderung der Deutschkenntnisse im Vordergrund.

Die Teilnehmer sammeln im Rahmen von Praktika bei drei Partnerunternehmen Erfahrungen. Im Laufe des Jahres werden sie insgesamt für 17 Wochen in Betrieben eingesetzt, wo sie unterschiedliche Lernmodul-Inhalte kennenlernen und ihre Fähigkeiten ausbauen können.

Der frühzeitige Übergang in ein Ausbildungsverhältnis ist möglich, wenn die Teilnehmer schon vor dem Ende des Vorbereitungsjahres ihre Ausbildungsreife belegen. Einer der Teilnehmer konnte hier schon Erfolge verzeichnen:
Der 20-jährige Afghane hat während seiner drei Jahre Aufenthalt in Deutschland seinen Mittelschulabschluss gemacht und während der ersten Wochen im Rahmen eines Industriemechaniker-Praktikums seine Ausbildungsreife bewiesen. Er ist seit November regulärer Auszubildender der SWM.

Weitere Einzelheiten zur berufsvorbereitenden Maßnahme und dem Stadtwerkeprojekt können Sie der Presseinformation entnehmen.

Nehmen Sie Kontakt zum Stadtwerkeprojekt und dem Verein Spectrum e. V. auf.

JOBLINGE Kompass: Berufsintegration für Flüchtlinge

Foto: Joblinge

Das Programm Flüchtlinge Kompass richtet sich an niedrig bis mittel qualifizierte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren mit Flüchtlingsherkunft und zielt auf ihre Unterbringung im klassischen JOBLINGE-Programm ab. Dessen bewährte Elemente – die Qualifizierung in Betrieben und individuelles Mentoring durch Ehrenamtliche – werden durch interkulturelle Trainings, Spracherwerb und die Unterstützung bei Behördengängen ergänzt. Auf diese Weise soll eine schnelle Vermittlung in die Arbeit und anschließend in die Berufsausbildung gewährleistet werden. Dieses Vorgehen unterstützt nicht nur auf dem Weg ins Berufsleben und zum eigenen Gehalt, sondern trägt auch wesentlich zur gesellschaftlichen Integration der Flüchtlinge bei.

Hochqualifizierte junge Flüchtlinge sind zwar nicht die Zielgruppe für das Programm, sie werden allerdings eng eingebunden. Sie fungieren als Übersetzer oder Nachhilfekräfte für Programm-Teilnehmer mit noch nicht ausreichenden Sprachkenntnissen. Mithilfe eines großen Netzwerkes kann JOBLINGE die Hochqualifizierten mit unterschiedlichen Ansprechpartnern in Kontakt bringen und so deren Vermittlung in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Im JOBLINGE-Programm wird der höchstmögliche Bildungsabschluss bzw. die Ausbildung zur Fachkraft fokussiert. Daher sind nicht nur die Perspektiven für Teilnehmer, sondern auch Unternehmen und die gesamte Wirtschaft langfristig ertragreich. Die Programmkosten sind nach zwei Jahren amortisiert und nach zehn Jahren ergibt sich eine Gesamteinsparung von 160.000 Euro für jeden erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrierten Flüchtling.

Daher lohnt die Etablierung des JOBLINGE-Programms im eigenen Unternehmen sowie deutschlandweit. Unterstützen können Sie das Programm durch finanzielle Förderung, ehrenamtliche Arbeit und das Angebot von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Ihrem Unternehmen.

Informieren Sie sich hier über das JOBLINGE-Programm an einem Standort in Ihrer Nähe.

Horizonte-Programm der Berliner Wasserbetriebe

Foto: Berliner Wasserbetriebe/Ole Heinrich

Bereits seit 2010 machen die Berliner Wasserbetriebe bis zu sechs Jugendliche im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung fit für eine Ausbildung im gewerblichen Bereich. Teil des Programms sind Unterricht in Mathematik, Physik und Deutsch sowie die sozialpädagogische Betreuung.

Seit 2016 nehmen die Berliner Wasserbetriebe neben sechs Jugendlichen mit schwierigem Bildungshintergrund zusätzlich sechs Geflüchtete in das Horizonte-Programm zur Einstiegsqualifizierung für eine technische Ausbildung auf. Ab Februar 2018 tritt neben fünf Berliner Jugendlichen und sechs weiteren aus Syrien, Dubai und Eritrea eine junge Frau aus Syrien die Einstiegsqualifizierung an.

Für Kerstin Oster, Vorständin Personal und Soziales der Berliner Wasserbetriebe, ist das Horizonte-Programm, das mit dem Bildungsträger GFBM – gemeinnützige Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen mbH kooperiert, ein voller Erfolg.

Von den bisher 24 Teilnehmern der Einstiegsqualifizierung wurden 17 erfolgreiche Absolventen in ein Ausbildungsverhältnis bei den Berliner Wasserbetrieben übernommen – u. a. als IT-Systemelektroniker, Mechatroniker und Fachkräfte für Wasserversorgung. Die Übernahme als Auszubildende im Anschluss an eine erfolgreich bewältigte Einstiegsqualifizierung ist von den Berliner Wasserbetrieben fest vorgesehen. Diese werden zusätzlich zu den 80 Ausbildungsplätzen, die die Berliner Wasserbetriebe jährlich anbieten, vergeben.

Foto: Berliner Wasserbetriebe/Ole Heinrich

Ein Erfolg ist das Programm auch unter dem Gesichtspunkt der Integration: Hier bekommen geflüchtete Jugendliche die Chance, sich in der Arbeitswelt zu etablieren und dadurch gesellschaftlich Fuß zu fassen. Kerstin Oster: „Besonders freue ich mich, dass es in diesem Jahr erstmals gelungen ist, eine syrische Frau für die Maßnahme zu gewinnen.“

Presseinformation zum Horizonte-Programm der Berliner Wasserbetriebe