Sprachförderung für Auszubildende

Sprachliche Hürden überwinden

Jeder Wirtschaftszweig und jede Berufsgruppe verfügt über eine eigene Fachsprache, die von Auszubildenden und Quereinsteigern erlernt werden muss. Dieses häufig verwendete Fachvokabular stellt gerade für jene Auszubildenden eine Herausforderung dar, die die deutsche Sprache als Zweitsprache erlernen und diese noch nicht sicher beherrschen.

Ausbilder können anhand sehr alltagstauglicher Empfehlungen den Spracherwerb Ihrer Auszubildenden unterstützen und helfen, sprachliche Missverständnisse aufzudecken.

Der Leitfaden Sprachliche Hürden in der Ausbildung … und wie man sie überwinden kann, herausgegeben vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), erleichtert es Ausbildern, Sensibilität für sprachlich herausfordernde Situationen zu erwerben, Quellen sprachlicher Hürden zu erkennen und diese zu vermeiden.

Hierzu gehört auch, bei merkwürdigen Reaktionen der Auszubildenden nachzuprüfen, ob ein Missverständnis seitens der Auszubildenden oder der Ausbilder besteht.

Im Fokus des Leitfadens stehen Fallbeispiele und Lösungen für folgende Herausforderungen:

  • Bedeutungswechsel in Wortverbindungen
  • Redewendungen und Redensarten
  • Höflichkeitsfloskeln
  • Alltagssprache
  • Dialekt
  • Angemessenheit der Sprache
  • Komplizierte Formulierungen in Arbeitsanweisungen

Allerdings sollten Sie schwierige Situationen nicht komplett umgehen:

Vertrauen Sie Ihren Auszubildenden sprachlich anspruchsvolle Aufgaben an
Bei besonderer Rücksichtnahme auf sprachlich unsichere Auszubildende passiert es leicht, dass Ausbilder ihnen solche Aufgaben, die mit sprachlich anspruchsvolleren Situationen einhergehen, nicht zutrauen oder zumuten wollen. Damit unterbinden sie allerdings die Möglichkeit zum sprachlichen Lernen im Betrieb. Dies kann auch seitens der Auszubildenden geschehen, indem diese sich von gewissen Aufgaben zurückziehen.

Typische Situationen:

  • Der direkte Kontakt zu Kunden wie auch Telefondienst wird gemieden.
  • Formulare, bspw. Urlaubsanträge werden von anderen Mitarbeitern oder dem Vorgesetzten ausgefüllt.
  • Ausführliche Erklärungen werden eher den Auszubildenden gegeben, die die deutsche Sprache gut beherrschen.

Trauen Sie Ihrem Auszubildenden zu, trotz sprachlicher Unsicherheiten kommunizieren zu können. Inwiefern Schutz vor sprachlich überfordernden Anforderungen notwendig ist oder der Spracherwerb durch Herausforderungen gefördert wird, entscheidet immer der Einzelfall.

Weitere Beispiele und Lösungen für sprachliche Hindernisse finden Sie im Leitfaden des Bundesinstituts für Berufsbildung: Sprachliche Hürden in der Ausbildung … und wie man sie überwinden kann