Umfragen & Studien

Demografischer Wandel und Nachwuchsproblematik beschäftigt unsere Arbeits- und Bildungswelt und die Politik. Zahlreiche Studien erläutern die Hintergründe und liefern Handlungsvorschläge.

Hier finden Sie eine Auswahl:

  • BDEW-Studie zur Kundenzufriedenheit mit Energieanbietern (November 2017)

    Über 90 Prozent der Kunden sind mit Energieversorgern zufrieden

    Kunden zeigen sich hoch zufrieden mit der Kundenfreundlichkeit und Betreuung durch ihre jeweiligen Energieversorger. Dies geht aus der Verbraucherumfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut prolytics im Auftrag des BDEW durchführte. Befragt wurden 1.200 ausgewählte Haushalte.

    Der Befragung zufolge suchen Verbraucher den Energieversorger nicht nur anhand von Kriterien wie Zuverlässigkeit und Sicherheit bei der Versorgung aus. Ebenso wichtig sind weiche Faktoren wie Vertrauenswürdigkeit und Kundenbetreuung.

    Im Allgemeinen bewerten Kunden die vom Versorger angebotenen Dienstleistungen, das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Transparenz bei der Rechnungsstellung als positiv. Aufgrund dieser und weiterer Aspekte sind

    • 73 Prozent der Befragten hoch bis sehr zufrieden und
    • weitere 21 Prozent sind zufrieden.

    Mit ihrem Erdgasanbieter sind

    • 70 Prozent der Kunden in höchstem Maße oder sehr zufrieden und
    • 19 Prozent sind zufrieden.

    Ca. drei Viertel der Befragten würden ihren Energieanbieter weiterempfehlen.

    Die Befragung zeigt laut Stefan Kapferer, dem Vorsitzenden der BDEW-Geschäftsführung, dass die Energiewirtschaft auch in diesem Jahr wieder gut aufgestellt ist. In den kommenden Jahren sollen die Digitalisierung und E-Mobilität noch stärker in der Kommunikation mit/bzw. im Verhältnis zu den Kunden betont werden, da diese Themen für Verbraucher an Relevanz gewinnen.

    BDEW-Kundenfokus 2017/2018

  • Trendence Young Professional Barometer (September 2017)

    Das trendence Young Professional Barometer ist eine repräsentative Studie, die rund 18.000 Arbeitnehmer mit akademischem Abschluss und bis zu 10 Jahren Berufserfahrung erfasst. Die Teilnehmer werden zu ihren Karriereplänen und bevorzugten Arbeitgebern befragt. Trendence wertet die Daten u. a. nach Branchen und Berufsgruppen aus.
    Die Rankings bspw. der Top-Arbeitgeber liefern Aufschluss darüber, welche Branchen und Unternehmen über eine ausreichende Anzahl an Bewerbern verfügen oder aber in Zukunft mit Fachkräftemangel zu kämpfen haben. In der Studie diesen Jahres stehen folgende Ergebnisse im Vordergrund:

    Arbeitgeber kämpfen um Top-Talente
    Unternehmen müssten sich heute viel mehr anstrengen, um die richtigen Professionals zu bekommen, so trendence-Geschäftsführer Holger Koch. Gleichzeitig suchen Young Professionals immer seltener neue Arbeitgeber: Im Jahr 2017 wollen ca. 17 Prozent der jungen Beschäftigten den Job wechseln. Im Jahr 2016 waren es noch 22 Prozent. Vor allem Top-Talente müssten sich nicht mehr um neue Jobs bemühen. Sie würden direkt von Headhuntern angesprochen.

    Automobilindustrie bleibt die beliebteste Branche
    Die Automobilbranche bleibt im Jahr 2017 der beliebteste Arbeitgeber unter den Young Professionals. 54 Prozent wünschen sich einen Job in der Branche, für nur ca. zehn Prozent kommt diese nicht infrage. Dies spiegelt sich auch im Ranking der Top-Arbeitgeber wider: Diese kommen ausschließlich aus der Automobilbranche.

    Digitale Talente sind häufiger in Führungspositionen
    Als Digitals bezeichnet man Young Professionals, die unabhängig von ihrer fachlichen Ausbildung über besonders ausgeprägtes digitales Know-How verfügen. Diese werden vergleichsweise häufiger mit Projekt- und Budgetverantwortung betraut als ihre Kollegen, die nicht über vergleichbare digitale Kompetenzen verfügen. Allerdings stellen sie andere Anforderungen an ihre Arbeitgeber als ihre Kollegen:

    Sie fordern u. a. mehr Eigenverantwortung, flexibleres Arbeiten und höhere Gehälter.

    Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie in der Pressemitteilung zum trendence Young Professional Barometer 2017.

    Ranking der Arbeitgeber und Branchen 2017

  • Qualität der Arbeit (September 2017)

    Für viele Menschen ist Zufriedenheit im Job maßgebend für das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität. Da motivierte Mitarbeiter unabdingbar für den Erfolg leistungsfähiger Unternehmen sind, befassen sich diese zunehmend mit Daten zur Qualität von Arbeitsplatz und -geber aus Sicht der Arbeitnehmer.

    Unter dem Titel Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt (2017) hat das Statistische Bundesamt eine Zusammenstellung von Statistiken veröffentlicht, um Elemente zur Veranschaulichung der Qualität verschiedener Berufsfelder abzubilden.

    Die Qualität der Arbeit wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Neben der Frage nach einem ausgewogenen Verhältnis von Beruf und Privatleben zeigen auch Fragen bezüglich der Sicherheit, Gleichberechtigung, Fortbildungsmöglichkeiten zwecks der Anpassung an neue Anforderungen im Beruf etc. das Verständnis der Arbeitnehmer von „guter Arbeit“ auf.

    Insgesamt werden sieben Dimensionen zwecks der qualitativen Bewertung der Arbeit genannt:

    • Arbeitssicherheit und Gleichstellung
    • Einkommen und indirekte Arbeitgeberleistungen
    • Arbeitszeit, Ausgleich von Beruf und Privatleben
    • Beschäftigungssicherheit und Sozialleistungen
    • Arbeitsbeziehungen
    • Qualifikation und Weiterbildung
    • Zusammenarbeit und Motivation

    Vollständige Daten und Ergebnisse: Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt (2017)

  • Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung (August 2017)

    Die Anforderungen an Fachpersonal und Arbeitgeber verändern sich stetig im Zuge der Digitalisierung aller Branchen, des demografischen Wandels und der Entstehung neuer Berufsfelder.

    Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft zu gewährleisten, bleibt die Fachkräftesicherung bei allen Anforderungen an den Arbeitsmarkt eine Konstante und somit ein Schwerpunkt der deutschen Arbeitsmarktpolitik.

    Die Bundesregierung hat als Grundlage ihrer Maßnahmen für die Fachkräftesicherung im Jahr 2011 ein Konzept zur Fachkräftesicherung verabschiedet. Dieses zielt auf die bestmögliche Ausschöpfung inländischer Erwerbspotenziale ab.

    Die Ergebnisse des Konzepts zur Fachkräftesicherung, die im Fortschrittsbericht 2017 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) vorliegen, enthalten eine Bilanz zu den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sowie den umgesetzten Zielen des Konzepts seit seiner Verabschiedung.

    Fortschrittsbericht 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung

  • Trendence Schülerbarometer (Juli 2017)

    Das trendence Schülerbarometer 2017 ist die größte repräsentative Karrierestudie unter Schülern in Deutschland mit mehr als 20.000 Teilnehmern. Das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber und Branchen liefert einen Eindruck vom Stimmungsbild der Jugendlichen sowie deren Präferenzen bei der Arbeitgeberwahl.

    Die beliebtesten Branchen und Arbeitgeber
    Laut der kürzlich publizierten trendence Studie ist der öffentliche Dienst die beliebteste Branche unter Jugendlichen und löst die Automobilindustrie von Platz 1 im Ranking ab. Nicht nur als Branche, auch als Arbeitgeber, mit Polizei und Bundeswehr, liegt der öffentliche Dienst im Ranking in den Top 3. Adidas belegt Rang 2. Populäre Automobilhersteller wie BMW und Porsche haben an Beliebtheit eingebüßt.

    Digitale Kompetenzen junger Arbeitgeber
    Zwar sind Schüler heutzutage Digital Natives, jedoch nur 15 Prozent von ihnen gehören zu den Digitals, also zu Mediennutzern, die über besonders ausgeprägte digitale Kompetenzen verfügen. Demnach kann man digitale Kompetenzen nicht als generationenübergreifende Fähigkeit der Digital Natives voraussetzen. Bei der Stellenbesetzung sollten Arbeitgeber darauf achten, gezielt nach Bewerbern mit einem digitalen Mindset zu suchen und während der Ausbildung in die Förderung ebensolcher Kompetenzen zu investieren.

    Wunsch nach Orientierungshilfen
    30 Prozent der Schüler sind sich noch unklar darüber, was sie nach ihrem Schulabschluss machen wollen. Das sind zehn Prozent mehr als noch im Vorjahr. Vier von fünf Schülern unterhalten sich mit ihren Eltern über die Berufs- bzw. Studienwahl und rund 44 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung durch die Schulen, obwohl schon zwei Drittel der Schulen bereits viele Veranstaltungen zu dem Thema anbieten. Möglich ist es auch, dass Schüler sich bei der Berufswahl von ihren Idolen beeinflussen lassen. Ca. 82 Prozent der Jugendlichen, die Idole in den Bereichen Musik und Internet etc. haben, geben an, sie würden sich über Arbeitgeber informieren, die ihre Idole ihnen vorstellen.

    Das Ranking der Top 100 Arbeitgeber finden Sie hier.

    Die Pressemitteilung enthält weitere Ergebnisse des trendence Schülerbarometers.

  • Stadtwerke-Studie 2017 (Juni 2017)

    Mit welchen Themen beschäftigen sich die Energieversorger? Beantwortet wird diese Frage in der Stadtwerke-Studie 2017, die im Auftrag der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) durchgeführt wurde.

    Für die Studie wurden Vorstände und Geschäftsführer von 111 Versorgungsunternehmen unter anderem zu den Themen

    • neue digitale Geschäftsmodelle,
    • IT-Sicherheit und
    • Investition in innovative Technologien

    befragt.

    47 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Digitalisierung als Chance, besonders für die Nutzung und Bereitstellung von Daten sowie innovative Speicherlösungen. Verteilnetzbetreiber sind davon überzeugt, dass durch die Digitalisierung der Netze neue Geschäftsfelder entstehen.

    27 Prozent sehen in den entstehenden neuen technologischen Möglichkeiten wiederum eine Bedrohung.

    Dass die Digitalisierung innerhalb der Versorgungsunternehmen zunehmend Einzug findet, zeigt sich in ihrem Stimmungsbild sowie ihrem Handeln: Laut Befragung planen

    • 51 Prozent der Unternehmen die Einführung von intelligenten Messwesen in den kommenden ein bis zwei Jahren und
    • 23 Prozent den Aufbau und Betrieb einer Elektroladeinfrastruktur.

    Zudem stellen dezentrale Speicherlösungen für 21 Prozent der Befragten ein Zukunftsmodell dar.

    KVU werden aktiver
    Da deutsche Stadtwerke und Versorgungsunternehmen über hohe Kompetenz im Aufbau und Betrieb von Infrastrukturen verfügen, gehören entsprechend der Aufbau von Ladeinfrastrukturen und weiteren Smart City-Lösungen zu ihren zukünftigen Tätigkeitsfeldern. Laut Metin Fidan, Energy Leader bei EY, befinden sie sich aufgrund ihres Erfahrungsschatzes konkurrierenden Anbietern gegenüber klar im Vorteil. Hohe Investitionskosten könnten vor allem durch Kooperationen aufgefangen werden.

    Laut Befragung agieren Stadtwerke zunehmend proaktiv, wenn es um die Chancen der Digitalisierung geht. Sie entwickeln neue Dienstleistungen und gehen Kooperationen mit anderen Stadtwerken und Start-ups ein.

    IT-Sicherheit
    Die wachsende Relevanz der Digitalisierung für die Versorgungsunternehmen zeigt sich in der Präsenz des Themas bei 72 Prozent der Unternehmen auf Geschäftsführungsebene. Als langfristiges und umfassendes Projekt bedarf das Thema einer ganzheitlichen Betrachtung. Zahlreiche Bereiche müssen hierbei berücksichtigt werden, so unter anderem das intelligente Messwesen, der Verteilnetzbetrieb und die Sicherheit. Besonders wichtig ist IT-Sicherheit: rund 61 Prozent der Unternehmen beschäftigen einen IT-Sicherheitsbeauftragten, während 15 Prozent ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) installiert haben. 46 Prozent befinden sich in der Umsetzung eines solchen Systems.

    Der Schutz physischer Infrastrukturen und kritischer Informationen erfordert zusätzlicher prozessualer Veränderungen. Der ganzheitliche Schutz von Informationen sollte unbedingt Teil eines jeden Digitalisierungsprojektes sein.

    Weitere priorisierte Themen
    Neben der Digitalisierung beschäftigen sich Unternehmen vornehmlich mit Themen, die mit der Digitalisierung im engen Zusammenhang stehen:

    • 83 Prozent werden sich in Zukunft stark mit der Optimierung interner Prozesse auseinandersetzen,
    • 77 Prozent wollen verstärkt Fokus auf Smart Grids und Smart Metering legen.

    Immer mehr an Bedeutung gewinnen ebenfalls Finanzierungsfragen für die Digitalisierung, da hier ein sehr hoher Investitionsbedarf besteht. Aus BDEW-Sicht empfiehlt es sich für Kommunen, Investitionen nicht nur mit Blick auf Ausschüttungen zu betrachten, sondern darauf zu achten, ob ihre Stadtwerke für die Zukunft gerüstet sind und die nötigen Investitionsmittel zur Verfügung stehen.

    Stadtwerke-Studie 2017

  • BiBB: Jugendliche mit starker Marktposition (April 2017)

    Sind Jugendliche mit starker Marktposition anspruchsvoller bei der Betriebswahl?

    Aufgrund des demografischen Wandels sowie des Trends hin zum Abitur wird es vor allem für KMU immer schwieriger, Schulabgänger als Bewerber für den eigenen Betrieb zu gewinnen. Jugendliche, die rar in der Zahl werden und zudem über höher qualifizierende Schulabschlüsse verfügen, könnten ihre vorteilhafte Marktposition für sich nutzen und  ihre Ansprüche an ausbildende Unternehmen steigern.

    Die empirische Prüfung dieser Annahmen erfolgt anhand einer 2016 schriftlich durchgeführten Repräsentativbefragung von ca. 2000 Bewerberinnen und Bewerbern auf Ausbildungsstellen, die im Berichtsjahr 2015/16 bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Jobcentern in gemeinsamer Trägerschaft gemeldet waren.

    Auf Basis der Befragung wird erörtert, welche Anforderungen Schulabsolventen an ihre zukünftigen Arbeitgeber stellen und inwiefern diese Anforderungen durch die Marktlage und Zugangschancen zum Arbeitsmarkt beeinflusst werden.

    Die Betriebswahl ist ein Kompromiss zwischen Wunsch und Möglichkeit

    Beim Zugang zum Arbeitsmarkt/zu Ausbildungsbetrieben verhalten sich Jugendliche entsprechend folgender Gesetzmäßigkeiten:

    • Für ausbildungsinteressierte Jugendliche besteht ein Spannungsverhältnis zwischen dem Wert eines Handlungsergebnisses (Eintritt in den Wunschbetrieb) und der Wahrscheinlichkeit, dieses Ziel zu erreichen (Zugangschance zum Betrieb).
    • Demnach gehen marktbenachteiligte Jugendliche häufig Kompromisse bei ihren Wünschen ein, um ihre Zugangschancen zu wahren; Jugendliche mit guter Marktposition können hingegen hohe Ansprüche stellen, ohne ihre Zugangschancen zu gefährden.

    Demnach orientieren sich Jugendliche bei der Wahl ihres Ausbildungsbetriebs nicht nur an den eigenen Wertepräferenzen, sondern lassen ihre Wünsche implizit von den Realisierungsmöglichkeiten beeinflussen.

    Anforderungen an den ausbildenden Betrieb

    Die Jugendlichen konnten bei der schriftlichen Befragung 17 vorgegebene Merkmale je nach persönlicher Relevanz (z. B. gar nicht bis sehr) bewerten.

    Die Auswertung ergab, dass die wichtigste Anforderung an den Betrieb sein Potenzial als langfristiger Arbeitgeber ist. Das Betriebsklima tritt hier als wichtiger Faktor auf, ebenso wie gute Übernahme-Chancen auf sichere Arbeitsplätze.

    An zweiter Stelle stehen gute Rahmenbedingungen während der Ausbildung: Besonders wichtig sind die gute Erreichbarkeit des Betriebs und Planbarkeit.

    An dritter Stelle steht die gesellschaftliche Einordnung des Betriebs. Wichtiger als die Präsenz in sozialen Medien (z. B. Facebook) ist das Image des Unternehmens: Einerseits, weil Jugendliche höchst wahrscheinlich vom Image auf die Ausbildungsbedingungen schließen, andererseits, weil sie persönlich vom guten Image des Unternehmens profitieren.

    Ergebnisse der Studie (erschienen in der Zeitschrift Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP 4/2017)

  • KOFA-Studie: Ausbildung oder Studium? (März 2017)

    Immer mehr KMU sind vom Rückgang der Anzahl Auszubildender betroffen. Dies ist unter anderem der anteilig höheren Zahl an Schülern mit Hochschulzugangsberechtigung geschuldet, die ein Studium anstelle einer Ausbildung antreten. Die Studienanfängerquote lag laut der Studie des Kompetenzzentrums für Fachkräftesicherung (KOFA) von März 2017 unlängst bei 58 Prozent. Daher liegt es im Interesse der Unternehmen, in Zukunft auch Abiturienten als potenzielle Auszubildende anzusprechen.

    Die vorliegende Studie des KOFA beleuchtet, welche Faktoren für Abiturienten häufig ausschlaggebend die Wahl eines Studiums anstelle einer Ausbildung sind. Dazu zählen unter anderem:

    • der Zugang zu Informationen über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten
    • berufliche Perspektiven nach dem Studium oder der Ausbildung
    • der Einfluss der schulischen Leistung
    • Interessen und Motive der Abiturienten

    Zudem enthält die KOFA-Studie Handlungsempfehlungen, mithilfe derer Unternehmen Aufmerksamkeit für die eigene Branche und Berufsbilder erzeugen, Schulabgänger bei der Berufswahl unterstützen bzw. für eine Ausbildung begeistern können.

    Ausbildung oder Studium? Wie Unternehmen Abiturienten bei der Berufsorientierung unterstützen können: vollständige KOFA-Studie

  • BDEW-Kundenfokus Haushalte 2016 (November 2016)

    Kunden schätzen zuverlässige Versorgung

    Strom- und Gaskunden in Deutschland schätzen ihre jeweiligen Energieanbieter, und das vornehmlich für die zuverlässige und sichere Versorgung. Die geht aus der aktuellen Verbraucherumfrage des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und dem Marktforschungsinstitut prolytics hervor. Im Rahmen der Umfrage wurden 1.200 repräsentative Haushalte zu verschiedenen Aspekten der Kundenzufriedenheit befragt. Besonders gut schneiden die Punkte Service-Orientierung und Kompetenz bei der Kundenbetreuung ab. Die Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht verbessert.

    73 Prozent der Befragten sind mit ihrem Stromanbieter in höchstem Maße oder sehr zufrieden, weitere 21 Prozent sind zufrieden. Insgesamt entspricht das einer Kundenzufriedenheit von 94 Prozent.

    Für die Erdgasanbieter liegt die Zufriedenheit bei 92 Prozent; 70 Prozent der Kunden sind in höchstem Maße bzw. sehr zufrieden, 22 Prozent sind zufrieden.

    "Unsere regelmäßigen Umfragen zum Kundenverhalten zeigen, dass die deutschen Stromkunden seit Jahren sehr zufrieden mit ihren Energieversorgern sind. Das spricht für die Leistungen und den Kundenservice der Unternehmen. Die positiven Bewertungen fußen in erster Linie auf einer zuverlässigen Versorgung mit Strom und Gas. Es gibt nicht viele Branchen in Deutschland mit derartigen Bestnoten bei der Kundenzufriedenheit", so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

    Laut BDEW gibt es aktuell rund 1.190 Stromanbieter und mehr als 900 Gasversorger in Deutschland. Die Energieunternehmen in Deutschland bieten jeweils unterschiedliche Tarife an, die auf die speziellen Ansprüche und Anforderungen von bestimmten Kundengruppen zugeschnitten sind.

    BDEW-Kundenfokus Haushalte 2016: Ergebnisse

  • Ver.di-Gutachten zum Kohleausstieg (September 2016)

    Die Gewerkschaft ver.di stellt das Ergebnis eines Gutachtens zur Finanzierung des Kohleausstiegs vor, das die Gewerkschaft bei Energiewissenschaftlern der enervis energy advisors GmbH in Auftrag gegeben hatte. Laut dem Gutachten sei der Kohleausstieg sozial verträglich umsetzbar. Ver.di favorisiert ein Finanzierungsmodell, das den Kohleausstieg durch die Einnahmen des CO2-Zertifikatehandels realisiert.

    Wissenschaftler hatten die Sozialkosten des Kohleausstiegs bis 2050 und dessen Finanzierbarkeit auf der Grundlage unterschiedlicher Szenarien berechnet:

    • der vorgezogene Kohleausstieg bis 2040 (Agora-Kohlekonsens),
    • dazu ein Referenz-Szenario: Halbierung der Kohlestromproduktion bis 2030 und den Ausstieg bis 2050,
    • das Szenario Retrofit, das für die Jahre nach 2050 gegebenenfalls noch einzelne nachzurüstende Kohlekraftwerke vorsieht.

    In jedem dieser Szenarien würden ab sofort keine Kohlekraftwerke mehr gebaut, wodurch die Arbeitnehmerzahl von momentan 15.000 in jedem der Szenarien stark reduziert würde. Im Durchschnitt der Jahre zwischen 2016 und 2050 wären nur noch

    • 4.000 (im Konsens-Szenario) bzw.
    • 5.900 (im Referenz-Szenario) oder
    • 8.600 (im Retrofit-Szenario) Arbeitnehmer beschäftigt.

    Die maximalen jährlichen Kosten könnten stark schwanken, aber voraussichtlich in keinem Jahr 250 Millionen Euro überschreiten. Ver.di befürwortet eine Finanzierung aus den Einnahmen durch den CO2-Zertifikantehandel, aus dem laut EU-Richtlinien Maßnahmen finanziert werden sollen, die die Klimabelastung vermindern.

    Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung wäre eine Erhöhung des Strompreises, je nach Szenario zwischen 0,02 bis 0,09 Cent. Würden Industrie- und Großkunden von der Umlage befreit, wären es zwischen 0,03 und 0,14 Cent. Die Beiträge würden an den mehr als sechs Cent gemessen, die gegenwärtig für die EEG-Umlage aufgebracht werden müssen. Die Kosten könnten ebenfalls vom Staat über einen steuerfinanzierten Fonds entrichtet werden.

    Laut den Berechnung von Enervis stiegen die Sozialkosten an, je schneller der Kohleausstieg umgesetzt würde. Die Berechnungen beziehen sich auf die jährlichen Kosten, die maximal entstehen können, wenn alle Arbeitnehmer der Kraftwerke ihre Anstellungen verlieren und ihr Gehalt weiterhin ungekürzt bis zum Rentenalter erhalten würden. Je nach Szenario lägen die Kosten zwischen den Jahren 2016 und 2050 durchschnittlich bei

    • 499 Millionen Euro im Konsens-Szenario,
    • 341 Millionen im Referenz-Szenario und
    • 115 Millionen Euro im Retrofit-Szenario.

    Gutachten zur sozial verträglichen Ausgestaltung eines Kohlekonsenses (September 2016)

  • Stepstone Trendstudie 2016

    Jobs nach Maß – was Fachkräfte wollen

    Qualifizierte Fachkräfte kennen ihren Marktwert und können deshalb bei ihrer Jobsuche wählerisch sein. Das hat u. a. die Online-Umfrage von StepStone im Frühjahr 2016 unter rund 14.000 Fach- und Führungskräften – zwei Drittel Fachkräfte und Spezialisten sowie ein Drittel Führungskräfte – ergeben.

    Für Fach- und Führungskräfte sind

    • Gesundheit, Partnerschaft und Familie sowie
    • die persönliche Entwicklung mindestens genauso wichtig wie
    • Beruf und Karriere.

    Fast 85 % der Fachkräfte sind überzeugt, für den Erfolg der Unternehmen in Deutschland entscheidend zu sein. Zusätzlich zu ihrem großen Selbstbewusstsein trägt die demographische Entwicklung dazu bei, dass ein Großteil ihren aktuellen Arbeitsplatz als sicher ansieht bzw. sich bei Arbeitsverlust oder Jobsuche spätestens nach 6 Monaten an einem neuen Arbeitsplatz sieht.

    Fast 80 % der Befragten würden eine passende Stelle ausschlagen, wenn sie sich nicht mit dem potenziellen Arbeitgeber identifizieren können. Neben

    • einer unehrlichen Beschreibung des Unternehmens bzw. des Arbeitsplatzes wirken u. a. auch
    • eine unfaire Bezahlung,
    • eine ungute persönliche Ebene mit den Gesprächspartnern beim Vorstellungsgespräch,
    • ein nicht kompetent wirkender potenzieller Vorgesetzter,
    • eine unattraktive Stellenanzeige bzw. Website und
    • ein komplizierter Bewerbungsprozess

    abschreckend auf mögliche Kandidaten.

    Für eine erfolgreiche Rekrutierung ist seitens des Unternehmens somit ein vereinfachter Bewerbungsprozess basierend auf digitalisierten internen Prozessen gefragt, der den potenziellen Fachkräften zukünftig über Smartphone eine vollständig digitale Bewerbung ermöglichen kann.

    Darüber hinaus heißt es für die Unternehmen sich schon im Bewerbungsprozess

    • mit einem authentischen Image zu präsentieren,
    • dem Bewerber zu zeigen, wie die Unternehmenskultur sein Leben bereichern kann,
    • welche persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten ihm das Unternehmen einerseits bietet und
    • wie er persönlich andererseits das Team voranbringen kann.

    Wenn an dem Vorstellungsgespräch neben dem Vorgesetzten auch Kollegen teilnehmen und der künftige Mitarbeiter anschließend schon die Unternehmensräumlichkeiten kennenlernen kann, wird das Unternehmen damit punkten können.

    StepStone Trendstudie 2016: Jobs nach Maß – was Fachkräfte wollen

  • BDEW-Energiemonitor 2016 (April 2016)

    Das Meinungsbild der Bevölkerung

    Für über 90 Prozent der Deutschen ist die Energiewende weiterhin das Top-Thema.

    Zu dieser Erkenntnis kommt die Forschungsgruppe Wahlen, die im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) seit 2013 diese Meinungsforschungsstudie jährlich durchführt. In den letzten zwei Januar-Wochen dieses Jahres hat sie 1.013 Erwachsene per Telefon u. a. zu den Bereichen

    • Branchenimage,
    • Wahrnehmung energiepolitischer Themen in den Medien,
    • Energiewende,
    • erneuerbare Energien,
    • Folgewirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien,
    • Versorgungssicherheit,
    • Mobilität und
    • Smart-Home-Anwendungen befragt.

    Insgesamt empfinden 93 Prozent der Befragten – und damit 3 Prozent mehr als im Vorjahr – die Energiewende als wichtig oder sehr wichtig. 55 Prozent der Bevölkerung geht der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht schnell genug, während er für nur 8 Prozent zu schnell geht. Im Vergleich zu 2015 sehen mittlerweile 10 Prozent mehr (und damit jetzt 67 Prozent der Befragten) in der Energiewende Vorteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

    Für das Image-Ranking wurden neben der Energiewirtschaft auch andere Branchen, wie Handwerk und Banken, untersucht. Im dritten Jahr in Folge ist das Image der deutschen Energiebranche gestiegen: Wasser-, Gas- und Stromversorger zählen zu den Imagegewinnern, während Autoindustrie, Presse, Handwerk, Auto- und Chemieindustrie Verluste beim Ranking hinnehmen mussten.

    Auszüge aus dem BDEW-Energiemonitor 2016

  • UNESCO-Weltwasserbericht 2016: Wasser und Arbeitsplätze (März 2016)

    Anlässlich des Weltwassertages, der seit 1993 jährlich am 22. März begangen wird, hat die UNESCO die besondere Bedeutung von Wasser für Wachstum und Beschäftigung dargelegt. Die zunehmende  Wasserknappheit macht mehr Investitionen und mehr ausgebildete Arbeitskräfte im Wassersektor erforderlich.

    Weltweit sind laut UNO mehr als 75 Prozent aller Arbeitsplätze von Wasser abhängig, so vor allem in der Landwirtschaft, der Fischerei, der Energiewirtschaft und der Industrie. Der steigende Wassermangel oder fehlende Zugang zu Wasser werden dauerhaft weniger Wachstum sowie die Gefährdung und den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge haben.

    Für neue Arbeitsplätze muss in die Infrastruktur der Wasserversorgung in Entwicklungsländern investiert werden; um den Arbeitsmarkt in Industrie- und Schwellenländern zu halten, ist die alte und ineffiziente Wasserinfrastruktur zu erneuern. So gehen ca. 30 Prozent des weltweit dem Wasserkreislauf entnommenen Wassers durch Lecks verloren.

    Dazu kommen die Auswirkungen des stetigen Bevölkerungswachstums und des Klimawandels, die den Wassermangel zu einer akuten Bedrohung werden lassen und auch mit dem Verlust von Jobs einhergehen werden.

    Der Übergang zu einer „grünen Wirtschaft“ mit Wasser als zentraler Rolle und entsprechenden Technologien kann diesem Szenario positiv entgegenwirken. Durch das Recyceln von Abwässern, die Nutzung erneuerbarer Energien und eine effizientere Wassernutzung könnten neue Arbeitsplätze entstehen.

    Der Weltwasserbericht der UNESCO erschien seit 2003 alle drei Jahre und nimmt nun seit 2014 jährlich Stellung zu einem Themenschwerpunkt.

    UNESCO-Weltwasserbericht 2016: Wasser und Arbeitsplätze

  • Die Zukunft der Energieversorgung: Studie Delphi Energy Future 2040 (März 2016)

    Wie verändern sich die Energiesysteme in Deutschland, Europa und der Welt bis zum Jahr 2040?

    Dieser umfassenden Frage widmet sich erstmals die internationale Zukunftsstudie Delphi Energy Future 2040, ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und PricewaterhouseCoopers (PwC).

    Welche Entwicklungen in Technologie und Gesellschaft werden die Energiemärkte grundlegend verändern? Wird Deutschland langfristig von seiner Rolle als Energiewende-Pionier wirtschaftlich und politisch profitieren können? Mit diesen und anderen Fragen setzt sich die Delphi-Energie-Studie auseinander, für die über 350 Energieexperten aus mehr als 40 Ländern aus allen Bereichen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik befragt wurden. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

    Die Mehrheit der befragten Experten (über 60 Prozent) glaubt, dass sich die internationale Gemeinschaft bis 2040 auf verbindliche Ziele zur Reduktion von CO2-Emissionen geeinigt hat – und diese auch umsetzt. Zu den Haupttreibern für einen nachhaltigen Umbau der Energieversorgung zählen laut Studie Wirtschaftlichkeit, Importunabhängigkeit und Interessen von Investoren. 80 Prozent sehen in Zukunft erneuerbare Energien als die günstigste Alternative zur Stromerzeugung.

    In einem weiteren Punkt sind sich die befragten Experten weitgehend einig: Europa wird in den nächsten beiden Jahrzehnten eine harmonisierte Energie-Innenpolitik und einen leistungsfähigen Energie-Binnenmarkt aufbauen, basierend auf einer hochleistungsfähigen grenzüberschreitenden Infrastruktur.

    Darüber hinaus hält es die Mehrheit der Experten für wahrscheinlich, dass Deutschland die internationale Systemführerschaft für das Management und die Technik eines vor allem auf erneuerbare Energien aufgebauten Energiesystems haben wird. Zugleich sehen viele von ihnen China im Jahr 2040 als den weltgrößten Entwickler von Erneuerbaren-Technologien. Demnach könnte sich zukünftig ein Wettbewerb um die Technologieführerschaft abzeichnen, auf den es sich heute schon vorzubereiten gilt.

    Weitere Studien-Ergebnisse:

    • Konventionelle Kraftwerke werden kleiner und flexibler;
    • ebenso werden die Verbraucher ihre Nachfrage flexibilisieren – zum Beispiel durch Demand-Side-Management.
    • Ob Verbraucher Versorgungssicherheit in Zukunft separat als Dienstleistung kaufen müssen, Versorgungssicherheit damit einen Preis bekommt – darüber gehen die Meinungen der befragten Experten auseinander.
    • Fest steht: Die Unternehmen werden ihre Geschäftsmodelle neu aufstellen müssen – mit starkem Fokus auf den Kunden. Bei der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen soll die Delphi-Zukunftsstudie Orientierung bieten – sowohl den Unternehmen als auch Politik und Gesellschaft.

    Die abschließenden Ergebnisse der Studie wurden hier veröffentlicht.

  • Berufliche Bildung im Wassersektor (Februar 2016)

    Wasser wird zu jeder Zeit benötigt – deshalb ist die Besetzung des Wassersektors mit qualifizierten Fachkräften von großer Wichtigkeit. Die Tätigkeit in der Wasserwirtschaft bietet Berufstätigen eine sichere Beschäftigung und birgt länderübergreifend großes Potenzial. Aufgrund der Vorurteile und des damit verbundenen negativen Images der Wasserbranche als Arbeitgeber wird die Personalentwicklung jedoch gehemmt. Zeitgleich erhält die Qualifikation des Betriebspersonals immer größeren Stellenwert. Die Chance zur Aus- und Weiterbildung qualifizierter Fachkräfte liegt deshalb in der Koordination der Aktivitäten nationaler und internationaler Akteure der beruflichen Bildung im Wassersektor.

    Die simultane Investition in die Infrastruktur und die Stärkung der Berufsbildung ist unabdingbar. Auf Basis dieser Erkenntnis veröffentlichte das Sektorvorhaben Berufliche Bildung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Studie „Berufliche Bildung im Wassersektor“, in der sie Empfehlungen für die Weiterentwicklung  der Handlungsmöglichkeiten zum Zusammenspiel von beruflicher Bildung und Wasser herausarbeitet.

    Inhaltlich beschreibt die Studie der GIZ Projekterfahrungen verschiedener Länder, darunter Afghanistan, Burkina Faso, Jordanien, Uganda, Tansania, Südafrika, Vietnam und Peru, aus der Berufsbildung in der Wasserwirtschaft und stellt außerdem die langjährige Erfahrung der beruflichen Bildung in Deutschland bei den Umwelttechnischen Berufen dar. Hieraus leitet die GIZ acht politisch- strategische Handlungsempfehlungen und fünf Empfehlungen für die Duchführungsorganisation der Kopplung von beruflicher Bildung und dem Wassersektor ab.

    GIZ: Berufliche Bildung im Wassersektor

  • Erwartungen Jugendlicher an Beruf und Unternehmen: SINUS-Jugendstudie 2016 für die zwölf IHKs in Baden-Württemberg

    Welche Erwartungen stellen Jugendliche an ihren zukünftigen Beruf und Arbeitgeber?
    Immer mehr Jugendliche streben ein Studium anstelle einer Berufsausbildung an, weshalb ausbildende Betriebe zunehmend um die besten Nachwuchskräfte konkurrieren. Für Arbeitgeber wird es immer wichtiger, diejenigen Auszubildenden anzusprechen, die zu ihrem Unternehmen passen.

    Häufig werden allerdings entsprechende Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität und Reichweite des eigenen Betriebs vernachlässigt.

    Die Industrie- und Handelskammern Baden-Württembergs haben zwecks der Förderung und Gewinnung von Nachwuchskräften eine Jugendstudie beim SINUS-Institut in Auftrag gegeben, für die mehr als 1.000 junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren befragt wurden.
    Die Studie gibt Aufschluss über Kriterien der Jugendlichen für Berufswahl, Erwartungen an Beruf und Arbeitgeber. Zudem enthält sie wertvolle Informationen und Handlungsempfehlungen zur gezielten Ansprache, Gewinnung und Förderung von Auszubildenden.

    Top-Kriterien für die Berufswahl
    Besonders wichtig für die Berufswahl und unter den Top 5 der meistgenannten Faktoren sind

    • Spaß bei der Arbeit (85 %) und
    • die persönliche Eignung für den jeweiligen Beruf (65 %). Weit verbreitet ist ebenfalls der Wunsch nach
    • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben/Familie (58 %).

    Die Möglichkeit zur fachlichen Weiterentwicklung wird mit steigendem Alter der Befragten zunehmend relevant: Zählen von den 14- bis 17-Jährigen 36 % die fachliche Weiterbildungen zu ihren Top 5, sind es bei den 21- bis 24-Jährigen 44 %. Unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildungsgrad zählt jeder dritte Befragte den Faktor Krisensicherheit zu seinen persönlichen Top 5 der wichtigsten Berufskriterien (36 %).
    Wenig Einfluss auf die Berufswahl hat das Ansehen der zukünftigen Tätigkeit in der Gesellschaft. Betrachtet nach Schülergruppen legen Haupt- und Realschüler (20 %) mehr Wert auf die Meinung von Gesellschaft und sozialem Umfeld als Gymnasiasten (10 %).

    Allgemeine Erwartungen an die Unternehmen
    Für die Wahl des Arbeitgebers sind die sogenannten weichen Faktoren wesentlich wichtiger als finanzielle Aspekte. Top-Faktoren sind ein gutes Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern (53 %) wie auch die Stimmung unter Kollegen (51 %). Dahinter rangieren gute Karriereaussichten und abwechslungsreiche Aufgaben. Zudem zählt jeder zweite Befragte die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu seinen Top 5 der meistgenannten Faktoren.
    Eine überdurchschnittlich gute Bezahlung finden 38 % äußerst wichtig.
    Zu den zehn vorrangigen Erwartungen an ein Unternehmen zählen außerdem:

    • Erwerb von Zusatzqualifikationen (31 %)
    • regelmäßige Leistungsbewertung (30 %)
    • Ruf/Image des Unternehmens (30 %)
    • Identifikation mit dem Unternehmen (29 %)
    • gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens (27 %)

    Auf Basis dieser Erkenntnisse hat der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag e. V. konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet, die vor allem kleinen und mittleren Unternehmen bei der Auswahl und Bindung von Nachwuchskräften dienlich sein sollen.

    Auszug aus der Jugendstudie, erschienen in der Ausgabe 8/2016 der DVGW energie | wasser-praxis

    Vollständige SINUS-Jugendstudie

  • Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer 2015 (Januar 2016)

    Nachhaltigkeit bewegt die jüngere Generation

    Während vor 3 Jahren (vgl. Nachhaltigkeitsbarometer 2012) bei den Jugendlichen vor dem Hintergrund der Nuklearkatastrophe von Fukushima das wichtigste umweltbezogene Thema die Atomkraft war, ist es aktuell die Nachhaltigkeit im Sinne von Umweltthemen – Klimaschutz und Energiewende – sowie kultureller Vielfalt und Gerechtigkeit.

    Zu dieser Erkenntnis kommt die von Greenpeace beauftrage Studie der Leuphana Universität Lüneburg, bei der über 1.500 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren zu ihrem Nachhaltigkeits-Bewusstsein befragt wurden.

    Der Einsatz der jungen Leute für eine sozial gerechte und ressourcenschonende Lebensweise zeigt sich in unterschiedlichem Maße; fünf unterschiedliche Handlungstypen konnten definiert werden.

    • Die Nachhaltigkeitsaffinen sind motiviert und machen das, was sie sich vornehmen.
    • Die Nachhaltigkeitsrenitenten sind das genaue Gegenteil.

    Dazwischen kann man drei Typen unterscheiden:

    • Die Nachhaltigkeitsaktiven handeln zwar, aber ohne inneren Anlass und nicht motiviert.
    • Die Nachhaltigkeitsinteressierten zeigen zwar eine starke Motivation und nehmen sich etwas vor, lassen aber keine Taten folgen.
    • Die Nachhaltigkeitslethargiker nehmen sich Handlungen vor, sind aber unmotiviert, was sich dann auch in der fehlenden Umsetzung zeigt.

    An das hohe freiwillige Engagementpotenzial der jungen Generation muss nur noch die Angebotspalette anpasst werden: die Angebote müssen vielfältiger, virtueller und kurzfristiger werden. Da sind u. a. Nicht-Regierungs-Organisationen, kirchliche Institutionen, Zivil- und Katastrophenschutz-Organisationen, Wohlfahrtsverbände sowie Parteien gefragt, und nicht zuletzt sollten Unterrichtseinheiten zum Thema Nachhaltigkeit in den schulischen Lehrplänen verankert werden.

    Gerd Michelsen/Heiko Grunenberg/Clemens Mader/Matthias Barth: Zusammenfassung des Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometers 2015

  • BIBB: Studierenden-Befragung zur Attraktivität der beruflichen Bildung (Januar 2016)

    Wie zuversichtlich sind die Studenten deutscher Hochschulen, dass sie ihr Studium erfolgreich abschließen werden? Fast 30 % bezweifeln dies und halten eine duale Ausbildung/Studium, also einen Bildungsweg mit betrieblichen Anteilen und damit dann konkreten beruflichen Perspektiven, für eine attraktive Alternative.

    Dieses Ergebnis erhielten das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Maastrichter Universität aufgrund einer im September 2015 erfolgten Online-Befragung unter 12.000 Studierenden an deutschen Hochschulen.

    Personen, die eine duale Berufsausbildung absolviert haben, wurden von den Studierenden auf einer Skala von 1 – 5 (gering bis hoch) mit 3,72, also überdurchschnittlich gut bewertet, wobei die Einschätzungen zu spezifischen Berufen auch deutliche Unterschiede zeigten.

    Den Wechsel vom Studium zur beruflichen Bildung würden folgende Aspekte begünstigen:

    • Möglichkeit eines Praktikums, um den Betrieb bzw. das Unternehmen im Vorfeld kennenzulernen
    • Anrechenbarkeit der bisher im Studium erbrachten Lernleistungen auf die Abschlussprüfung bzw. zur Verkürzung der Ausbildungsdauer

    Auch wurden die teilnehmenden Studierenden nach den Erwartungen an einen Ausbildungsabschluss im Vergleich zu einem Hochschulabschluss befragt. Hinsichtlich der Bezahlung und des gesellschaftlichen Ansehens schneidet bei mehr als der Hälfte das Studium besser als die duale Berufsausbildung ab. Die Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz bei Ausbildungs- und Hochschulabschluss bewertet ein Großteil der Befragten als gleich. Über ein Drittel der Studierenden sieht sogar Vorteile bei der beruflichen Ausbildung.

    Vor dem Hintergrund der hohen Studienabbruchquote von derzeit fast einem Drittel in Bachelor-Studiengängen sowie der steigenden Anzahl unbesetzter dualer Ausbildungsstellen wurden von Bundesseite bestimmte Programme aufgelegt, um Studienabbrecher für die berufliche Bildung zu gewinnen und dem zukünftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Zu diesen Programmen gehört u. a. das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte JOBSTARTER plus.

    Ergebnisse der Studierenden-Befragung zur Attraktivität der beruflichen Bildung